Ausbildung im Klangdialog

Endlich ist es so weit. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen, eine Ausbildung anzubieten – eine
Ausbildung im Klangdialog.
Der Anlass dazu ist, dass ich immer wieder gefragt werde:
Wie kommen Sie auf die Ideen zu Ihren Klangobjekten?
Woher können Sie wissen, wie etwas klingen kann?
Kann man das bei Ihnen lernen?

Ich bin gerne bereit, alle diese Fragen und noch viele viele mehr zu beantworten, ein Verständnis für Naturgesetze in der Akustik zu vermitteln und es vor allem zu veranschaulichen, wie man sie durchs Experimentieren selbst entdecken kann. Fertige Bauanleitungen für Instrumente werde ich nicht liefern, sondern Wege aufzeigen, wie man selbst neuartige Klangobjekte entwickeln kann. Darüber hinaus möchte ich meine Methoden vorstellen, die Wirkung der neu kreierten Musikinstrumente zu erforschen und in Klangdialog zu treten. Für diese Ausbildung sind handwerkliche oder musikalische Vorkenntnisse nicht nötig. Wichtig aber sind offene Ohren, eine Offenheit im Herzen und ungebrochene Spielfreude.

Die zweijährige Ausbildung wird jeweils 5 mal im Jahr an Wochenenden stattfinden. Ziel der Ausbildung soll es sein, ein klareres Verständnis über die Wirkung von Klang und Musik zu erlangen und Fähigkeiten zu entwickeln, durch Klang und Musik positives in der Welt zu bewirken. Nicht nur für Klangkünstler sondern auch für viele andere Berufe, wäre der Klangdialog eine große Bereicherung – für Erzieher, Pfleger, Lehrer, Therapeuten, Handwerker, Architekten, Musiker, Künstler usw… Im ersten Jahr wird es um die Entwicklung eines eigenen Klangobjekts gehen und im zweiten Jahr um die Durchführung eines sozialkünstlerischen Projekts durch den Einsatz der eigens entwickelten Musikinstrumente. Meine Traumvorstellung ist, dass wir auch nach den 2 Jahren miteinander vernetzt bleiben uns gegenseitig anregen und unterstützen.

Wenn Sie sich von diesen Sätzen angesprochen fühlen und der an der Ausbildung im Klangdialog interessiert ist, können Sie sich gerne an mich wenden. Ich werde Ihnen Kosten und Termine nennen und mich bemühen, Ihre Fragen zu beantworten

Seit 1989 beschäftige ich mich mit Klangkunst, experimentiere mit verschiedensten Materialien, Formen, mit unterschiedlichsten Möglichkeiten der Klangerzeugung oder Resonanzen. Ich weiß, dass da kein Ende in Sicht ist. Denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten der akustischen Klangerzeugung. Es ist also klar, dass ich in meinem Leben nicht ans Ende meiner Klangforschungen kommen werde. Weil ich das weiß und weil es nicht nur für mich, sondern auch für viele andere, denen ich auf klingende Weise begegne, so befriedigend und wichtig sein kann, möchte ich Menschen dazu bewegen, mitzumachen.

Viele forschen auf elektronischen Wegen nach neuen Klängen. Mich interessiert das weniger, denn ich fand es immer schon spannender, direkt aus einem Klangkörper aus natürlichem Material Klänge hervorzuzaubern. Was den Instrumentenbau betrifft, ist der traditionelle Weg, eine Lehre zum Instrumentenbauer zu absolvieren und sich dabei zu spezialisieren, beispielsweise auf Geigen, Gitarren, Trompeten oder Orgeln. Auch in der Ausbildung zum Musiker spezialisiert man sich über viele Jahre in einem harten Übungsweg. Das war auch nicht mein Weg, denn ich wollte mich nicht einschränken – nur auf Blas-, Streich- oder Schlaginstrumente , auch nicht in der Wahl der Materialien. In der Hinsicht war ich immer schon maßlos und wollte in alle nur erdenklichen Klangwelten eintauchen, selber Klangphänomene entdecken und eigene Klangobjekte entwickeln und bauen und dann auch wieder bespielen.

Die Welt der Klänge ist grenzenlos. Und wer diese erforschen will, sollte sich auch in seinen Mitteln nicht einschränken.

Wenn ich möglichst frei und unbefangen aber auch aufmerksam in einer meditativen Haltung die Dinge zum klingen bringe, komme ich immer in den Dialog. Erstmal in den Dialog mit dem Instrument, denn ich kann mit einem Glasinstrument ganz anders spielen als mit einem aus Stein. Und das Instrument tönt mir auch mit völlig anderen, ganz eigenen Klängen zurück. Viel zu oft gehen wir eher unbedacht mit Materialien um, sehen in Ihnen nur ein Hilfsmittel. Wenn wir sie aber zum klingen bringen, haben wir die Möglichkeit einer Begegnung. Denn über den Klang der Materialien erfahren wir ganz viel über seine innere Beschaffenheit.

Und wenn wir uns nun in einem nächsten Schritt gezielt an einen Ort begeben und mit einem speziellen Instrument musizieren, um dort Resonanzen zu suchen, kann es vorkommen, dass wir diese ganz neu und intensiv erleben. Wenn ich zum Beispiel Steine dort zum klingen bringe, wo sie herkommen – in einem Steinbruch oder an einem großen Felsen, wird es immer wieder so erlebt, als würde nun das Instrument zum Sprachrohr für den Ort. Über die Resonanz auf die Klänge offenbart sich das Wesen des Ortes. Es ist tatsächlich so. Jedes kleine oder große Ding auf dieser Erde hat seinen ureigenen Klang. Und über diesen Klang erzählt es uns über seine Eigenart und sein Wesen. Jeder der offen ist, kann erleben, dass alles, was klingt, beseelt und lebendig ist.

Auch wenn man sich mit Klang und Musik direkt in geistigen Höhen bewegen kann, ist mir wichtig, immer wieder ganz unten im Physischen mit der Arbeit zu beginnen. Die Forschung an akustischen Gesetzmäßigkeiten ist genauso wichtig wie die geisteswissenschaftliche Forschung. Diese beiden Bereiche sind im Grunde eine Einheit. Sie basieren aufeinander und begründen sich gegenseitig. Denn über das Verständnis von akustischen Gesetzmäßigkeiten erschließen sich mir die geistigen Zusammenhänge. Wenn wir sie wie gewöhnlich von einander trennen und nicht in Beziehung stellen, begegnen wir nur halben Wahrheiten.

Die Sprache der Musik ist universell. Jeder Mensch – ob klein oder groß, jung oder alt, egal aus welchem Land und mit welchem kulturellen oder religiösen Hintergrund – kann sie verstehen. Aber auch mit Tieren, Pflanzen, Landschaften, Steinen oder Gewässern kann man über Musik ins Gespräch kommen. Die Musik erzeugt auch immer Verständnis und Empathie für unser Gegenüber. Bei einem Kurs brachte es ein kleiner Junge auf den Punkt. Er sagte, ein Musikinstrument wäre das Gegenteil einer Waffe. Mit Waffen zerstört man und mit Musik kann man heilen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Angst vor der Andersartigkeit immer mehr geschürt wird. Der Ruf nach Abgrenzung und nach Mauern bauen, wird immer lauter. Nationalismen wuchern wieder. In diesem Sinn kann der Klangdialog auch eine Antwort auf brennende gesellschaftspolitische Fragen sein. Denn wenn wir uns im Klangdialog miteinander verbinden, verwandelt sich die Angst in Interesse. Und wir beginnen zu ahnen, dass das Zueinander von Verschiedenartigem uns bereichert und etwas völlig neues entstehen kann.

Ein Wochenende in der Klangdialog-Gruppe von Freitag bis Sonntag kostet in der Regel 180 €. Die Kosten für die gesamten 2 Jahre tangieren. Denn es kommt drauf an, was man für ein Instrument entwickeln will und wie aufwändig das sein wird. Außerdem sollte im 2. Jahr auch an Kursen, die ich gebe, hospitiert werden. Auch hierfür variieren die Kosten, wie du im Plan siehst.

Ausbildung im Klangdialog

1. Jahr: Ein eigenes Instrument erfinden

WE 1 mit dem Spielen fängt es an

Wirkungen von Instrumenten aus unterschiedlichen Materialien (Stein, Glas, Metall, Keramik, Holz, Knochen, etc…) erleben
Gruppen- und Einzelimprovisationen, hören, ausprobieren, musizieren, Gespräche, mit den Klängen verreisen, Farben und Formen assoziieren.

WE 2 wie entsteht der Klang?

Ein Verständnis entwickeln für akustische Gesetzmäßigkeiten – Die 4 Faktoren – Material, Form, Resonanz und Bewegung kennenlernen.
Learning by doing
• das Schwingungsverhalten von Klangkörpern untersuchen
• welche Formen klingen besonders gut?
• wie müssen sie gelagert werden?
• welche Eigenschaften braucht das Material, damit es gut klingen kann?
• wie bespielt man die Klangkörper und wie kann man sie verstärken?
• wie stimmt man Klangkörper und Resonatoren?

WE 3 aus der Idee wächst die Form

Entwicklung eines eigenen selbstentwickelten Instruments
• Zeichnungen am Schreibtisch
• gezieltes Experimentieren
• Beratung bis zum fertigen Entwurf

WE 4 Instrumentenbau

Fertigstellung eines eigenen Instruments
Je 3 Teilnehmer kommen an einem WE und bauen mit meiner Hilfe „ihr“ Instrument. Die Kosten variieren je nach Aufwand und müssen besprochen werden.
flexible Daten

WE 5 mit dem Spielen geht es weiter

Gegenseitiges Vorstellen der neuentwickelten Klangobjekte und das Erforschen ihrer Klangwirkung.
Hören, ausprobieren, musizieren, Klangreisen, Gespräche

Werkstattkonzert zum Abschluss

 

2. Jahr: soziale Kunst

WE 1 Klangkunst als soziale Kunst

Ein Verständnis entwickeln, wann entsteht ein Klangdialog? Praktische Übungen. Dialoge mit dem Instrument, dem Ort, der Zeit und den Mitmusikern
Wie schafft man Resonanzen über die Musik? Wechsel von Erzählen, Fragen, Hören, Erleben, mit der Natur in Dialog treten.
Vorstellung verschiedener Module. Bei mindestens 3 von ihnen sollten die Teilnehmer mitmachen.
• Hospitation bei Kursen für Kinder, behinderte oder alte Menschen (kostenfrei)
• Teilnahme an Klang- und Hörtagen in der Natur
• Hospitation bei Kursen für Flüchtlinge mit Abschlusskonzert (kostenfrei)
• Teilnahme an Klangreisen in den Sinai, nach China oder nach La Palma
• Teilnahme an Hörabenden (kostenfrei)

WE 2 als Gruppe im Klangdialog

Sich im Aufbau von Klangdialogen zu üben. Den Klang als Trägerwelle für andere Informationen (positive Gefühle oder Liebe schicken, Gebete..)
• Personen, Orte beschallen mit dem Bestreben, etwas positives zu bewirken (geschichtsträchtige Orte wie Tingplätze, alte Nazibauten oder an Plätzen , die an Umweltverschmutzung leiden)
• den Lärm in Musik verwandeln mit einem Staubsauger, an einem Ort im Industriegebiet oder an einer Autobahn)
• Ideenaustausch über eigenes Klangprojekt

WE 3 aus der Idee wird die Form

Ein Klangprojekt selbst entwickeln.
• Ideen und Entwürfe mitbringen
• gegenseitiges Vorstellen in Zweiergruppen.
• Mut zur Umsetzung tanken
• Ideen zum Abschlussprojekt sammeln
Hausaufgabe: Eigenes Projekt durchführen und dokumentieren (über Fotos, Filmen, Tonaufnahmen oder schriftlich) oder Vorbereitung des großen Abschlussprojektes mit mir.

WE 4 im Dialog öffnet sich die Welt

Vorstellung und Reflektion der eigenen Projekte und Realisierung des großen Projektevents.
• Klangdialogiker stellen ihre Instrumente aus
• Ausstellung der eigenen Projekte
• Großprojekt: z.B. Konzert unter Einbeziehung des Publikums auf Booten in der Mitte des Laacher Sees

 

KLANGKUNST FASSBENDER

Eisenbahnstr. 6
D 51545 Waldbröl

Tel: 0049(0)2291-808651
Fax: 0049(0)2291-808675

info@KlangkunstFassbender.de
www.klangkunstfassbender.de